Der Ausweis - Sebsthilfegruppe Blasenkrebs Oberhausen

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Der Ausweis

Ihr Recht > Schw.-Beh.Ausweis
Hallo liebe Betroffene und Angehörige

Leider ist bei Euch selbst oder einem Angehörigen der Fall „Blasenkrebs aufgetreten“
In diesem Fall habt ihr auf jeden Fall Anspruch auf einen Schwerbehinderten Ausweis.
Wichtig zu wissen ist :


Schwwerbehindertenausweis
Der Ausweis gilt als Nachweis in der Regel ab dem Zeitpunkt, zu dem  Ihr die Anerkennung beantragt haben; dieses Datum ist in dem Ausweis  angegeben. Sofern Ihr in Ausnahmefällen auch für die Zeit vor der  Antragstellung einen Nachweis benötigt, werden die entsprechenden  Feststellungen vom Versorgungsamt zusätzlich getroffen. Vermerke bitte  in einem solchen Fall im Antrag besonders, zu welchem Zweck und ab  welchem Zeitpunkt diese rückwirkende Feststellung getroffen werden soll.  Das kann für Steuererstattung maßgeblich sein. Im Allgemeinen, und  das kann von Fall zu Fall und auch regional sehr unterschiedlich sein  werden folgende Merkmale festgestellt.

Bei Harnblasenkarzinom mit TUR und BCG-Therapie gibt es 50 % für 5 Jahre.

Bei einer Neoblase und Inkontinenz gibt es 80 %, ebenfalls für 5 Jahre.

Bei einer Neoblase und Inkontinenz sowie festgestelltem Tumor in der Prostata gibt es 100%

Sollte die Blase dann richtig funktionieren ("mit ausreichendem  Fassungsvermögen, ohne Harnstau, ohne wesentliche  Entleerungsstörungen"), kann nach 5 Jahren auf 30 % reduziert werden.
"Die Begriffe Widerspruch und Einspruch prägen nicht nur juristische  und wirtschaftliche Debatten, sondern sind auch Bestandteil häuslicher  Diskussionen. Rechtliche Rahmenbedingungen legen fest, dass jeder Mensch  die Möglichkeit hat Widerspruch bzw. Einspruch einzulegen. Die beiden  Bezeichnungen haben grundsätzlich die gleiche Bedeutung, werden aber im  unterschiedlichen Kontext eingesetzt. Handelt es sich um Entscheidungen  von Verwaltungsbehörden, die Sie absolut nicht nachvollziehen können, haben Sie das Recht Widerspruch einzulegen. Hingegen geht es bei Beschlüssen des Finanzamtes um einen Einspruch.

  • Widerspruch bzw. Einspruch wehren sich gegen behördliche Entscheidungen
  • Widerspruchs- Einspruchsfrist allemal einhalten
  • Im Widerspruchsverfahren ist kein Rechtsanwalt nötig
  • Ein Widerspruch schafft Zeit
  • Betreff, Antrag und Begründung sind beim Widerspruch notwendig"
Einen Widerspruchs-Entwurf gibt es hier (der ist zwar für die BG, aber passt auch fürs Versorgungsamt)

„Gegen den Bescheid vom 00.00.0000 – GZ.: AB1234567-8-90 erhebe ich hiermit Widerspruch.

Die schriftliche Begründung folgt.

Ich beantrage, mir alle ärztlichen Zeugnisse und Gutachten (einschl. der  abschließenden Stellungnahme des versorgungsärztlichen Dienstes) in  Kopie zuzusenden, die den Bescheid begründet haben.“


Schreiben Sie nichts weiter dazu - schicken Sie dieses Schreiben zurück  ans Versorgungsamt und Sie erhalten eine Eingangsbestätigung.
Wichtig: Warten Sie auf die Unterlagen vom Versorgungsamt, bevor Sie die  Begründung formulieren und wegschicken, nur dann wissen Sie genau  worauf das Versorgungsamt seine Einschätzung ihres GdB stützt.  Möglicherweise wurden Befunde vergessen oder nicht korrekt  berücksichtigt!!

Die Akten sind eingetroffen...

Prüfen Sie, ob die Befunde berücksichtigt wurden - dann formulieren Sie  den "richtigen" Widerspruch. Wichtig dabei finde ich, zum einen sowohl  die deutschen wie auch die lateinischen Wörter zu benutzen - geht zwar  alles zum medizinischen Dienst, aber sei's drum.

Weiterhin: beschreiben Sie AUSFÜHRLICH, welche FOLGEN die Beeinträchtigungen, die bei Ihnen vorliegen, haben!

Denken Sie immer daran, daß es nicht so sehr auf die eigentliche Diagnose ankommt, sondern auf die FOLGEN AUF IHR LEBEN!

Sie haben den Widerspruch formuliert......

Ich rate dringend zu folgendem:

Gehen Sie nun mit dem formulierten Widerspruch zum Arzt / zu den Ärzten, deren Befunde ja in Ihrer Akte waren.

Sprechen Sie mit den Docs. Sagen Sie offen, worum es geht und übergeben  Sie einen vollständigen Satz Kopien des Widerspruches an den Arzt.

Ich verrate auch warum: Der Arzt wird u.U. nochmals ein Gutachten  abgeben müssen. Wenn Sie eigentlich am besten schon beim Antrag so  ausführlich gewesen wären und Ihren Arzt mit Kopien versehen hätten  (dann hätte er nämlich nicht so viel nachdenken müssen, um sein  Gutachten zu formulieren und dabei die Hälfte vergessen), so sollten Sie  das jetzt schleunigst nachholen.

Der Arzt ist verpflichtet, ein Gutachten abzugeben - nicht nur einfach  die Diagnosen hinzuschreiben. Er muss seinen Eindruck schildern, in wie  weit Sie beeinträchtigt sind...und das kann er a) nur, wenn er das  haargenau weiß und b) schreibt er sich auch nicht alles punktgenau auf  und ist immer dankbar, wenn seine Sekretärin einfach mehr oder weniger  Ihr Schreiben einfach abtippen kann.

Daher sollten Sie in Ihrem Arzt/Ihren Ärzten einen Partner im Spiel um  den GdB sehen - er ist Ihr Verbündeter und Helfer. Sie müssen lückenlos  offen sein und wirklich auch ihm gegenüber ALLES erwähnen, was in  irgendeiner Form hilfreich sein könnte. Versuchen Sie ggf. nochmals neue  Untersuchungen anzuleiern, die Ihren Antrag unterstützen könnten.

Wenn Sie ihrer "Informationspflicht" (Sie müssen natürlich nicht, aber  besser wäre es) nachgekommen sind, dann senden sie Ihr Schreiben ans  Versorgungsamt.

Der Gang
vor das Sozialgericht
Bei erneuter Ablehnung bleibt nur der Gang vor das Sozialgericht, hier  sollte man unbedingt eine Gewerkschaft, einen Behindertenverband (z.B.  VdK) oder Fachanwalt einschalten. Das Verfahren ist kostenfrei; es  fallen keinerlei Gerichtsgebühren an. Nach Beendigung des Rechtsstreits  entscheidet das Gericht, ob außergerichtliche Kosten - z.B.  Anwaltskosten - erstattet werden oder nicht.


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