Chemotherapie - Sebsthilfegruppe Blasenkrebs Oberhausen

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Chemotherapie

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Was ist die Systemische Chemotherapie
Chemotherapie
Dritte große Säule der ärztlichen Krebsbehandlung ist die Chemotherapie mit Zytostatika.
Die verwendeten Zytostatika wirken auf die stoffwechselaktiven und teilungsbereiten Zellen. Sie machen dabei keinen Unterschied zwischen „gesund“ und „krank“. Wegen ihrer vielfältigen und ernsten Nebenwirkungen müssen sich im Gesundheitswesen Tätige bei Zubereitung wie Verabreichung von Zytostatika vor dem Kontakt mit ihnen schützen. Zytostatika sind Zellgifte, die Zellwachstum und -vermehrung hemmen. Ihr Hauptanwendungsgebiet ist die Krebsbehandlung, bei der sie die unkontrolliert wachsenden Tumorzellen abtöten sollen. Zytostatika werden außerdem bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt, um die „fehlgeprägten“ Abwehrzellen zu vermindern.

Ist das Tumorwachstum bereits so weit fortgeschritten, dass der Tumor durch die Muskulatur der Blasenwand gewachsen ist, wird in Einzelfällen vor der operativen Entfernung der Harnblase eine systemische Chemotherapie eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern. Hierbei werden die Medikamente durch eine Infusion verabreicht. Gelingt so eine Verkleinerung des Tumors, vereinfacht diese die Operation oder macht sie manchmal auch erst möglich.

Als alleinige Therapie wird die systemische Chemotherapie nur empfohlen, wenn bereits Fernmetastasen z. B. in Knochen, Leber oder Lunge vorliegen, der Tumor also bereits in andere Gewebe gestreut hat. Manchmal stellt sie jedoch die einzige Möglichkeit dar, die Überlebenszeit zu verlängern. Die Wirksamkeit ist aber begrenzt: Noch am besten hat sich eine Form der Chemotherapie bewährt, in der vier verschiedene Wirkstoffe nach einem bestimmten Schema eingesetzt werden ( z. B.  nach MVAC-Schema mit den Substanzen Methotrexat, Vinblastin, Adriamycin und Cisplatin ).
Nur in ca. 20 % der Fälle geht der Tumor vollständig zurück, und bei noch weniger Patienten hält der Erfolg langfristig an. Daher sind neue Schemata in Erprobung, die zum Teil auch verträglicher sind ( zu den generellen Nebenwirkungen der Chemotherapie ).

Einsatz von Zytostatika
Meist sind Zytostatika bei der Krebsbehandlung eine von mehreren Behandlungsformen:
Bei der neoadjuvanten Chemotherapie sollen sie den Tumor vor einer Operation verkleinern, bei der adjuvanten Chemotherapie nach einer Operation möglicherweise noch vorhandene winzige Tumorzellnester ( Mikrometastasen ) im Körper vernichten, die mit herkömmlichen Diagnoseverfahren nicht nachweisbar sind, aber später häufig zu Metastasen führen.
Nur in etwa 10 % der Krebsfälle sind Zytostatika die hauptsächliche oder einzige Behandlungsform.

Darreichungsform von Zytostatika
Überwiegend werden die Zytostatika als Infusion oder Tablette gegeben. Sie wirken also im ganzen Körper, entfalten aber auch überall Nebenwirkungen. Seltener werden Zytostatika in Körperhöhlen eingebracht, z. B. in die Harnblase bei einem Blasentumor oder in den Liquorraum. Dann sind die Nebenwirkungen auf den Gesamtorganismus viel geringer.
Meist werden Zytostatika in mehrtägigen Chemotherapiezyklen gegeben, die etwa alle drei Wochen wiederholt werden. Gesunde Zellen erholen sich zwischen zwei Zyklen rascher als Tumorzellen, sodass Zytostatika stärker auf Tumorzellen als auf gesunde Zellen wirken.

Seltener werden die Zytostatika als Dauerbehandlung ( z. B. Hydroxyurea bei chronischen Leukämien ) in niedriger Dosierung verabreicht. Bei der Hochdosis-Chemotherapie werden Zytostatika 3- bis 30-fach höher dosiert als bei einem „normalen“ Chemotherapiezyklus, um möglichst alle bösartigen Zellen im Körper abzutöten. Aufgrund der hohen Dosierung ist diese Therapieform aber riskant. Wegen der Schädigung der Schleimhautzellen muss der Patient in aller Regel künstlich ernährt werden, bis sich die Zellen des Magen-Darm-Trakts erholt haben.
Die blutbildenden Zellen im Knochenmark werden sogar irreparabel geschädigt, was ohne Knochenmarktransplantation zum Tode des Patienten führen würde.
Etabliert ist die Hochdosis-Chemotherapie bei Leukämien und Lymphomen. Bei soliden, ( "knotig wachsenden" ), Tumoren haben sich die Hoffnungen insgesamt aber nicht erfüllt.

Wirkung der Zytostatika
Zytostatika machen prinzipiell keinen Unterschied zwischen gesunden und bösartigen Zellen.
Je schneller Zellen wachsen und sich vermehren, desto stärker werden sie geschädigt.
Es gibt auch gesunde Zellen im Körper, die sich schnell teilen und entsprechend durch eine Zytostatikabehandlung in Mitleidenschaft gezogen werden.
Dies sind vor allem die blutbildenden Zellen im Knochenmark, die Schleimhautzellen im Magen-Darm-Trakt und die Haarwurzelzellen. Diese Nebenwirkungen begrenzen die Dosis des Zytostatikums.
Zytostatika werden in mehrere Wirkstoffgruppen eingeteilt, z. B.:
· Alkylanzien wie Cisplatin, Cyclophosphamid, Ifosfamid, Oxaliplatin,
· Antimetabolite wie Cladribin, Cytarabin, Fluorouracil, Gemcitabin, Methotrexat,
· Alkaloide wie Etoposid, Paclitaxel, Vinblastin, Vincristin,
· Zytostatische Antibiotika wie Bleomycin, Daunorubicin, Doxorubicin, Mitomycin, ,
· Andere Zytostatika wie Asparaginase, Hydroxyharnstoff, Irinotecan.

Frühe Nebenwirkungen
Kaum eine medikamentöse Behandlung macht Patienten so viel Angst wie die Chemotherapie mit Zytostatika.
Nicht zu Unrecht: Nebenwirkungen treten zu 100 % auf, sie sind unangenehm und teils auch gefährlich.
Aber : Mittlerweile ist es möglich, die schlimmsten Nebenwirkungen deutlich zu reduzieren.

Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Schleimhautentzündung, Venenreizung, Haarausfall, Mangel an Blutkörperchen, Probleme mit der Psyche kommen vor und sind gut im Vorfeld zu behandeln.
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